Zum 150. Todestag des Dichters veranstaltet der Geschichtsverein mit Unterstützung der Wirtschaft und Marketing Soest GmbH eine kleine Schaufensterausstellung „rund um den Freiligrath-Brunnen“. Obwohl Freiligrath nur sieben Jahre in Soest verbracht hat, feierte die Stadt ihn bei der Errichtung des Brunnens im Jahr 1910 als „ihren Dichter“.
Wer also war Freiligrath? Warum kam er nach Soest? Warum wurde er im 19. Jahrhundert zu einem der populärsten deutschen Dichter? Weshalb hat man ihm zu Ehren zum 100. Geburtstag einen Brunnen errichtet?
Diese und weitere Fragen sollen auf sechs „Bannern“ in den Schaufenstern um den Brunnen herum und für vier Wochen kurz und übersichtlich beantwortet werden. Mitgewirkt haben die Vorstandsmitglieder Björn Christlieb, Andreas Elsner, Günter Kükenshöner.
Wir danken den folgenden teilnehmenden Geschäften: Brautstube zur Rose, ConversioPR, WOHNRoom2, Lamäng, Foto Lehmann.
Auch sei der Hellweg-Druckerei für die gute Zusammenarbeit gedankt.
Im Folgenden können wir Ihnen noch einige weitere Informationen zu den Bannern anbieten. Klicken Sie auf die untenstehenden Titel, um den jeweiligen Inhalt anzuzeigen.
Banner Ⅰ

Banner I:
Die erwähnten Gedichte aus Freiligraths Soester Zeit, erschienen im Soester Wochenblatt 1830, lauten wie folgt:
„Der große Teich in Soest“
Des Leman’s [Der Bodensee] blaue Wogen,
Und seinen Zauberstrand,
Von Alpen rings umzogen,
Wie vom krystallnen Band;
Und jenes See’s [Der Bodensee] Gestade,
Den wild der Rhein durchzieht,
Das bangend die Najade
Zur blauen Tiefe flieht;
Wo sich im Wellenschoose
Der Nixen Schloß erhebt,
Geziert mit grünem Moose,
Vom feuchten Schilf umbebt.
Von Gold sind seine Zinnen,
Die Mauern von Krystall;
Von Schmelz das Dach; und drinnen
Glänzt funkelnd mancher Saal.
Die stolzen Pforten strahlen
Von Lahn und Diamant,
Und bunte Muschelschaalen,
Bedecken rings die Wand.
Hier ist es, wo im kühlen
Gemach die Nixe ruht;
Auf weichen Seetangpfühlen,
Umspielt von blauer Fluth.
Hier thront, vom lauten Strande
Entfernt, das Wasserweib,
Und grüne Prachtgewande
Umschließen ihren Leib.
Des Haares dichte Flechten
Berühren weich den Pfühl;
In ihrer feuchten Rechten
Hält sie den Lil’enstiel;
Und schmucke Wasserdirnen
Umstehn sie Paar bei Paar,
Umwallt die hohen Stirnen
Vom dunkelblauen Haar.
Die weingefüllte Schaale
Erglänzt in ihrer Hand;
Es perlen die Pokale,
Gefüllt bis an den Rand.
Stets dampfen Goldfasanen
Um Bratspieß durch die Luft,
Und fette Ortolanen
Verbreiten Götterduft.
Stets sprudeln volle Kessel
Im warmen Küchenraum;
D’rum naht des Eises Fessel
Auch nie des Ufers Saum.
D’rum ist des Weihers Fläche
Auch stets mit Dampf bekränzt,
Wenn die der Ströme, Bäche
Von starrem Eise glänzt.
Und im krystallnen Hause,
In seiner Mitte, fest
Verwahrt, ist eine Klause;
Von Blättern, wie ein Nest
Umwölbt; von schwanken Zweigen
Und Knospen leis umspielt;
Die heben sich und neigen,
Gleich wie vom West gefühlt.
Und tritt man an die Schwelle,
Die ernst ein Storch bewacht,
Und blickt hinein zur Zelle,
Der grünen, – welche Pracht!
Da sieht man, von dem Spiele
Der Zweige halb verdeckt,
Ganz kleiner Kinder viele
Auf Muschen ausgestreckt.
Und oftmals spricht die Nymphe
Des dunkeln Wogenblau’s:
„Flieg‘ aus, du Herr der Sümpfe!
Getreuer Storch! flieg‘ aus!
Nimm eins der kleinen Kräutchen,
Die warm mein Hauch beseelt,
Und bring’s den jungen Leutchen,
Die neulich sich vermählt!“
Drum rath ich jedem Paare,
Das jüngst sich erst verband:
Strack’s, kommt ihr vom Altare,
Geht zu des Teiches Strand;
Und naht mit frommem Sinne
Der Nixe goldnem Thron,
Dann schenkt sie eurer Minne
Gewiß den schönsten Lohn!
Br! Pegasus! Erklinge,
Mein Lied, in Börd‘ und Stadt,
In Schloß und Dorf, und bringe,
So weit das Wochenblatt
Nur dringt; des Teiches Ehre
Mach‘ kund im ganzen Reich
Und Allen sag‘ die Mähre
Von unserm großen Teich!
„Moos-Tee“
Sechzehn Jahr’ – und wie ein greiser
Alter sitz‘ ich, matt und krank;
Sieh, da senden mir der Geiser
Und der Hekla diesen Trank.
Auf der Insel, die von Schlacken
Harter Lava und von Eise
Starrt, und den beschneiten Nacken
Zeigt des arkt’schen Poles Kreise;
Ueber unterird’schen Feuern,
In nordlichterhellten Nächten,
Bei den Glut- und Wasserspeiern
Wuchsen diese bittern Flechten.
Aus den dampfumrollten Kegeln,
Aus der Berge schwarzem Tiegel,
Gleich blutroten Sagenvögeln –
Flammenzungen ihre Flügel –
Sahn sie feurig auf zum schwarzen
Himmel mächt’ge Steine sprühen,
Und ein Meer von heißen Harzen
Durch das Schneegefilde ziehen.
Von den Jökuln zu den Fjorden
Durch das Dän’sche Inselland,
Breit, ein ries’ger Dan’brogorden,
Schlängelt sich das Flammenband.
Wolken, Rauch und Asche wallen,
Und am Strand die Robben winseln,
Und die roten Steine fallen
Nieder auf entfernten Inseln;
Die zerriss’nen Berge zittern,
Und das Eismeer schäumt und braut –
Dorten wuchsen diese bittern
Flechten, wuchs dies herbe Kraut. –
Daß die kranke Brust gesunde,
Und sich freue neuer Kraft,
Biet‘ ich träumerisch dem Munde
Ihren dunkelgrünen Saft.
Feuer zuckt durch meine Nerven,
Vor mir liegt das wüste Land;
Die weitoffnen Krater werfen
Himmelan den flüss’gen Brand.
Kühner fühl‘ ich mich und stärker
Bei dem Lodern dieser Glut,
Und die Wildheit der Berserker
Tobt durch mein genesend Blut.
Lavaschein und Nordlicht röten
Mein Gesicht; die Pulse schlagen
Schneller; Edda, laß mich treten
Vor die Helden deiner Sagen!
Ha! wenn dieser Insel Pflanzen
Mir den Lebensbecher reichen,
Mög’ ich dann in meinem ganzen
Leben dieser Insel gleichen!
Feuer lodre, Feuer zucke
Durch mich hin mit wildem Kochen;
Selbst der Schnee, in dessen Schmucke
Einst mein Haupt prangt, sei durchbrochen
Von der Flamme, die von innen
Mich verzehrt: wie rot und heiß
Hekla Steine von den Zinnen
Wirft nach der Faaröer Eis:
So aus meinem Haupt, ihr Kerzen
Wilder Lieder, sprühn und wallen
Sollt ihr, und in fernen Herzen
Siedend, zischend niederfallen!
„Weihnachtslied“
Wenn traulich mit schimmernden Flocken
Der Winter die Erde bestreut,
Und rings die metallenen Glocken,
Sich regen zum Weihnachtsgeläut‘;
Dann senkt sich auf goldigem Wagen
Das Christkind zur Erde herab,
Von rosigen Wolken getragen,
Im Händchen der silberne Stab.
Von purpurnem Samt ist sein Röckchen,
Das Krönlein von edlem Gestein,
Und über den wallenden Löckchen
Glänzt blendend ein Heiligenschein.
Und Engel mit farbigen Schwingen
Umringen das liebliche Kind,
Und zitternde Glöckchen erklingen,
Und huldigend flüstert der Wind.
So naht es der Erde Revieren
Mit strahlendem, bunten Gespann;
Es öffnen von selbst sich die Türen,
Pocht leise sein Fingerchen an.
Und springen die Pforten, die Riegel,
Bewältigt vom himmlischen Schein,
Dann schwebt es mit leuchtendem Flügel
In Häuser und Hütten hinein.
Es sieht nach den schlafenden Kindern,
Und küßt sie voll Inbrunst und spricht:
Schlaft ruhig, ihr möchtet mich hindern!
Schlaft ruhig und störet mich nicht.
Drauf trägt es in jegliches Zimmer
Den prangenden, duftenden Baum.
Wie schmücken mit leuchtendem Schimmer
Die Kerzen der Zweigelein Saum!
Wie funkeln die herrlichen Gaben!
Wer hat sich wohl Schönres gedacht!
Es weiß, was die Kinder gern haben,
Das hat es denn alles gebracht!
O freut euch! Zu uns auch die Räder
Des Wägleins hat es gelenkt!
O juble und freue sich jeder!
Wie reich sind auch wir heut‘ beschenkt!
Ertöne melodisch, in leisen
Akkorden, o Weihnachtsgesang!
Christkindchen, empfange der Waisen,
Der Glücklichen, innigen Dank!
„Löwenritt“
Wüstenkönig ist der Löwe; will er sein Gebiet durchfliegen,
Wandelt er nach der Lagune, in dem hohen Schilf zu liegen.
Wo Gazellen und Giraffen trinken, kauert er im Rohre;
Zitternd über dem Gewalt’gen rauscht das Laub der Sykomore.
Abends, wenn die hellen Feuer glühn im Hottentottenkraale,
Wenn des jähen Tafelberges bunte, wechselnde Signale
Nicht mehr glänzen, wenn der Kaffer einsam schweift durch die Karroo,
Wenn im Busch die Antilope schlummert, und am Strom das Gnu:
Sieh, dann schreitet majestätisch durch die Wüste die Giraffe,
Daß mit der Lagune trüben Fluten sie die heiße, schlaffe
Zunge kühle; lechzend eilt sie durch der Wüste nackte Strecken,
Knieend schlürft sie langen Halses aus dem schlammgefüllten Becken.
Plötzlich regt es sich im Rohre; mit Gebrüll auf ihren Nacken
Springt der Löwe; welch ein Reitpferd! sah man reichere Schabracken
In den Marstallkammern einer königlichen Hofburg liegen,
Als das bunte Fell des Renners, den der Tiere Fürst bestiegen?
In die Muskeln des Genickes schlägt er gierig seine Zähne;
Um den Bug des Riesenpferdes weht des Reiters gelbe Mähne.
Mit dem dumpfen Schrei des Schmerzes springt es auf und flieht gepeinigt;
Sieh, wie Schnelle des Kameles es mit Pardelhaut vereinigt!
Sieh, die mondbestrahlte Fläche schlägt es mit den leichten Füßen!
Starr aus ihrer Höhlung treten seine Augen; rieselnd fließen
An dem braungefleckten Halse nieder schwarzen Blutes Tropfen,
Und das Herz des flücht’gen Tieres hört die stille Wüste klopfen.
Gleich der Wolke, deren Leuchten Israel im Lande Yemen
Führte, wie ein Geist der Wüste, wie ein fahler, luft’ger Schemen,
Eine sandgeformte Trombe in der Wüste sand’gem Meer,
Wirbelt eine gelbe Säule Sandes hinter ihnen her.
Ihrem Zuge folgt der Geier; krächzend schwirrt er durch die Lüfte;
Ihrer Spur folgt die Hyäne, die Entweiherin der Grüfte;
Folgt der Panther, der des Kaplands Hürden räuberisch verheerte;
Blut und Schweiß bezeichnen ihres Königs grausenvolle Fährte.
Zagend auf lebend’gem Throne sehn sie den Gebieter sitzen,
Und mit scharfer Klaue seines Sitzes bunte Polster ritzen.
Rastlos, bis die Kraft ihr schwindet, muß ihn die Giraffe tragen;
Gegen einen solchen Reiter hilft kein Bäumen und kein Schlagen.
Taumelnd an der Wüste Saume stürzt sie hin, und röchelt leise.
Tot, bedeckt mit Staub und Schaume, wird das Roß des Reiters Speise.
Ueber Madagaskar, fern im Osten, sieht man Frühlicht glänzen; –
So durchsprengt der Tiere König nächtlich seines Reiches Grenzen.
Banner Ⅱ

Banner II:
Die Ansicht des „Hauses zur Rose“ dürfte noch weitgehend den Zustand zu Freiligraths Zeiten entsprechen. Im 20. Jahrhundert kam es immer wieder zu deutlichen Eingriffen im Erdgeschoss, die vor allem die Eingangssituation betrafen. Schon 1911 sah es so aus:

(Ansichtkarte 1911, Stadtarchiv)
Eine Version der Lisztschen Vertonung findet sich auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=PcuFcuipln8
Banner Ⅲ

Banner III:
„Der Thurm der Thomaskirche zu Soest“
Den schönen Bewohnerinnen Soest’s und
dem Domküster zu Pisa gewidmet.
Wo in Arno’s Blumenthale,
Von Orangenduft umschwebt,
Pisa’s alte Kathedrale
Ihren Glockenturm erhebt;
Ihn, der bis zur kühnsten Höhe
Stolz, ein grauer Riese, steigt
Und – vernehmt’s in Fern’ und Nähe!
Schief sich auf die Seite neigt; [Pisa, Stadt in Oberitalien, am Arno. An der dortigen Kahedralkirche ist der berühmte schiefe Thurm, auf dessen Platteform man die herrlichste Aussicht genießt.]
Rechnen alle sich zur Ehre
Ihres Thurmes Herrlichkeit;
Glauben, seines Gleichen wäre
Nirgend in der Christenheit.
Doch vor allem glaubt’s der Küster,
Der des Thurmes Thor bewacht;
Aber warte nur, Philister!
Heute wirst du ausgelacht!
Meinst wol Wunder, was es wäre,
Wenn von deinem Dohlennest
Bis zum blauen Mittelmeere
Du die Blicke schweifen läßt;
Wenn dein Auge hoch vom Thurme
Niederwärts zum Arno sieht,
Wie er schäumend, wild, im Sturme
In des Meeres Arme flieht!
Meinst wol Wunder, was es wäre,
Siehst du Arno’s Wimpelkranz,
Der Fregatte, der Galeere
Und der Gondel leichten Tanz!
Wenn am Abend, da der Sterne
Glanz in Dunkel nun verschwimmt,
Hell, in duft’ger Nebelferne,
Dir Livorno’s Leuchtthurm glimmt!
Denkst wol, nur im Arnothale
Werde solch ein Thurm geschaut;
Nie sei auf so geniale
Art ein andrer Thurm gebaut!
Armer Küster! wie im Meere
Schnell entflieht der Wellen Schaum,
Flieht, mit deines Thurmes Ehre,
Heute, ach! dein schönster Traum!
Wisse, in Westphalens Auen,
Wo zwar nicht Orangen glüh’n,
Aber doch mit weißen, blauen
Blumen die Kartoffeln blüh’n;
In Susatum’s Mauerkranze,
Den der Soester Bach durchfließt,
Wo mit blauem Schieferglanze
Mancher Thurm den Wandrer grüßt;
Auf des heil’gen Thomas Sitze,
Vis à vis der Kirche Chor,
Ragt mit halbgeneigter Spitze
Schief der Glockenhurm empor.
S c h i e f – sträubt nicht bei diesem Worte,
Bester Küster! sich dein Haar,
Da es deines Thurmes Pforte
Einsturz dräuet und Gefahr?
Ja, es sträubt sich! denn die Ehre
Deines Thurms, daß er allein
Schief sei, schwindet; die Altäre,
Die ihm rauchten, stürzen ein!
Töne laut durch Berg und Thale,
Meines Liedes Donnersturm!
Wir auch, trotz der Kathedrale,
Haben unsern schiefen Thurm!
Jener prangt mit schiefer Spitze,
Weil sein Grundstein sich gesenkt;
Doch durch schöner Augen Blitze
Wurde unsrer schief gelenkt.
Hör‘ es, Küster! und erstaune,
Wie ein Thurm, aus Holz und Stein,
Von verliebter Knabenlaune
Heiß ergriffen konnte sein!
Nicht zu fern vom Thurme lächelt
Unsres Walles Wandelbahn,
Der, wenn kühl der Zephyr fächelt,
Unsre Soester Schönen nah’n;
Wo mit hohen Lockenthürmen,
Weiten Aermeln, breitem Hut,
Und mit seidnen Sonnenschirmen,
Sie der Sommersonne Gluth
Kühn mit Heldensinn verachten.
Um sie besser nun zu sehn,
Trieb des Thurm sein zärtlich Schmachten,
Auf die Seite sich zu drehn.
Ja, er that’s; und thut’s noch immer,
Denn der Greis hat Jünglingsblut;
Jedem hübschen Frauenzimmer
Guckt er schelmisch unter’n Hut.
Doch wenn trübe Wolken wallen,
Und des Westes Säuseln schweigt,
Kalten Regens Tropfen fallen,
Keine Maid den Wall ersteigt:
Dann zerfließt in heißem Sehnen
Fast des Thurmes volles Herz,
Und es rollen dicke Thränen
An dem Dache niederwärts.
Doch bleibt seine zarte Liebe
Unerwidert, ungefühlt.
Seines Herzens Flammentriebe
Lodern stets noch ungekühlt;
Denn die Wettermädchen haben,
Wie das ja ein Jeder weiß,
Lieber einen schlanken Knaben,
Denn solch alten, schiefen Greis.
Dennoch wanket seine Treue
Nimmer, nie sein fester Sinn!
Immer blickt er noch auf’s Neue
Nach den harten Schönen hin.
Mädchen! les’t in seinen Blicken
Unerhörter Sehnsucht Pein!
Will denn Keine ihn beglücken?
Keine je die Seine sein?
Soesterinnen! seht des Armen
Liebesnoth und Liebesqual!
Habe Eine doch Erbarmen!
Auf! im kerzenhellen Saal
Tanzt mit ihm den Hochzeitsreigen!
Schmückt ihn mit dem Hochzeitskranz!
Als den flinksten Tänzer zeigen
Wird er sich im Wirbeltanz.
Doch, wohin? da meiner Leier
Stürmisch brausender Akkord?
Nützet doch ja keinen Dreier
Meines Liedes bittend Wort!
D’rum zurück nach Welschlands Auen,
Nach des Arno’s Uferpracht,
Daß wir doch zum Schlusse schauen,
Was der welsche Küster macht.
Seht, er gibt sich überwunden!
Zitternd steht er da, und bebt.
„Meines Lebens schönste Stunden,“
Spricht er, „hab‘ ich, ach! gelebt!
Euer Thurm entriß dem meinen
Seines Ruhmes schönsten Kranz;
Klagen will ich nun und weinen
Um des meinen einst’gen Glanz!
Euren Thurm wird Ehre krönen
Noch Jahrhunderte hindurch;
Ihn, der treu nach vielen Schönen
Blickt, wie Ritter Toggenburg
Nach der Einen sah. Vom Throne
Steige, Pisa’s schiefer Thurm!
Denn fortan gebührt die Krone
Nur dem Soester Thomasthurm!“
(Soester Wochenblatt, 1830)
Banner Ⅳ

Banner IV:
Die vollständige Akte vom 25. Juni 1845 sieht so aus (Stadtarchiv Soest):

Und hier die vollständige Übertragung des Gedichts „Lied vom Hemde“, das die menschenunwürdigen Arbeitsverhältnisse inbesondere von Frauen in der Textilindustrie anprangert:
Das Lied vom Hemde
Mit Fingern mager und müd,
Mit Augen schwer und roth,
In schlechten Hadern saß ein Weib
Nähend für’s liebe Brod.
Stich! Stich! Stich!
Aufsah sie wirr und fremde;
In Hunger und Armut flehentlich
Sang sie das „Lied vom Hemde“.
„Schaffen! Schaffen! Schaffen!
Sobald der Haushahn wach!
Und Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Bis die Sterne glüh’n durch’s Dach!
O, lieber Sklavin sein
Bei Türken und bei Heiden,
Wo das Weib keine Seele zu retten hat,
Als so bei Christen leiden!
Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Bis das Hirn beginnt zu rollen!
Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Bis die Augen springen wollen!
Saum und Zwickel und Band,
Band und Zwickel und Saum –
Dann über den Knöpfen schlaf’ ich ein,
Und nähe sie fort im Traum.
O Männer, denen Gott
Weib, Mutter, Schwestern gegeben:
Nicht Linnen ist’s was ihr verschleißt –
Nein, warmes Menschenleben!
Stich! Stich! Stich!
Das ist der Armuth Fluch:
Mit doppeltem Faden näh’ ich Hemd,
Ja, Hemd und Leichentuch!
Doch was red’ ich nur vom Tod,
Dem Knochenmanne! – Ha!
Kaum fürcht’ ich seine Schreckgestalt,
Sie gleicht meiner eignen ja!
Sie gleicht mir, weil ich faste,
Weil ich lange nicht geruht.
O Gott, daß Brod so theuer ist,
Und so wohlfeil Fleisch und Blut!
Schaffen – Schaffen – Schaffen!
Und der Lohn? Ein Wasserhumpen,
Eine Kruste Brod, ein Bett von Stroh,
Dort das morsche Dach – und Lumpen!
Ein alter Tisch, ein zerbrochner Stuhl,
Sonst Nichts auf Gottes Welt!
Eine Wand so baar – ’s ist ein Trost sogar,
Wenn mein Schatten nur drauf fällt!
Schaffen – Schaffen – Schaffen –
Vom Früh- zum Nachtgeläut!
Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Wie zur Straf’ gefang’ne Leut’!
Band und Zwickel und Saum,
Saum und Zwickel und Band,
Bis vom ewigen Bücken mir schwindlig wird,
Bis das Hirn mir starrt und die Hand!
Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Bei Dezembernebeln fahl!
Schaffen – Schaffen – Schaffen,
In des Lenzes sonnigem Strahl!
Wenn zwitschernd sich an’s Dach
Die erste Schwalbe klammert,
Sich sonnt und Frühlingslieder singt,
Daß das Herz mir zuckt und jammert.
O, draußen nur zu sein,
Wo Viol’ und Primel sprießen –
Den Himmel über mir,
Und das Gras zu meinen Füßen!
Zu fühlen wie vordem,
Ach, Eine Stunde nur,
Eh’ noch es hieß: Ein Mittagsmahl
Für ein Wandeln auf der Flur!
Ach ja, nur eine Frist,
Wie kurz auch – nicht zur Freude!
Nein, auszuweinen mich einmal
So recht in meinem Leide!
Doch zurück, ihr meine Thränen!
Zurück tief in’s Gehirn!
Ihr kämt mir schön! netztet bei’m Nähn
Mir Nadel nur und Zwirn!“
Mit Fingern mager und müd,
Mit Augen schwer und roth,
In schlechten Hadern saß ein Weib,
Nähend für’s liebe Brod.
Stich! Stich! Stich!
Aufsah sie wirr und fremde;
In Hunger und Armuth flehentlich –
O, schwäng’ es laut zu den Reichen sich! –
Sang sie dies „Lied vom Hemde“.
(zitiert nach: https://www.textarchiv.com/ferdinand-freiligrath/das-lied-vom-hemde/index.html, 19.3.2026)
Das vollständige Gedicht „Trotz alledem!“; man beachte die Phrase „Wir sind das Volk“ in der letzten Strophe – nach Georg Büchner eine der frühesten und im 19. Jahrhunderten bekanntesten Sprüche der politischen Reformbewegungen:
Trotz alledem!
Das war ’ne heiße Märzenzeit,
Trotz Regen, Schnee und alledem!
Nun aber, da es Blüthen schneit,
Nun ist es kalt, trotz alledem!
Trotz alledem und alledem,
Trotz Wien, Berlin und alledem –
Ein schnöder scharfer Winterwind
Durchfröstelt uns trotz alledem!
Das ist der Wind der Reaktion
Mit Mehlthau, Reif und alledem!
Das ist die Bourgeoisie am Thron –
Der annoch steht, trotz alledem!
Trotz alledem und alledem,
Trotz Blutschuld, Trug und alledem –
Er steht noch und er hudelt uns
Wie früher fast, trotz alledem!
Die Waffen, die der Sieg uns gab,
Der Sieg des Rechts trotz alledem,
Die nimmt man sacht uns wieder ab,
Sammt Kraut und Loth und alledem!
Trotz alledem und alledem,
Trotz Parlament und alledem –
Wir werden unsre Büchsen los,
Soldatenwild trotz alledem!
Doch sind wir frisch und wohlgemuth,
Und zagen nicht trotz alledem!
In tiefer Brust des Zornes Gluth,
Die hält uns warm trotz alledem!
Trotz alledem und alledem,
Es gilt uns gleich trotz alledem!
Wir schütteln uns: Ein garst’ger Wind,
Doch weiter nichts trotz alledem!
Denn ob der Reichstag sich blamirt
Professorhaft, trotz alledem!
Und ob der Teufel reagirt
Mit Huf und Horn und alledem –
Trotz alledem und alledem,
Trotz Dummheit, List und alledem,
Wir wissen doch: die Menschlichkeit
Behält den Sieg trotz alledem!
Und ob der Prinz zurück auch kehrt
Mit Hurrah hoch und alledem: –
Sein Schwert ist ein zerbrochen Schwert,
Ein ehrlos Schwert trotz alledem!
Ja doch: trotz all- und alledem,
Der Meinung Acht, trotz alledem,
Die brach den Degen ihm entzwei
Vor Gott und Welt, trotz alledem!
So füllt denn nur der Mörser Schlund
Mit Eisen, Blei und alledem:
Wir halten aus auf unserm Grund,
Wir wanken nicht trotz alledem!
Trotz alledem und alledem!
Und macht ihr’s gar, trotz alledem,
Wie zu Neapel jener Schuft:
Das hilft erst recht, trotz alledem!
Nur, was zerfällt, vertretet ihr!
Seid Kasten nur, trotz alledem!
Wir sind das Volk, die Menschheit wir,
Sind ewig drum, trotz alledem!
Trotz alledem und alledem!
So kommt denn an, trotz alledem!
Ihr hemmt uns, doch ihr zwingt uns nicht –
Unser die Welt trotz alledem!
(zitiert nach: https://www.deutschelyrik.de/trotz-alledem.html, 19.3.2026)
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Banner V:
Ferdinand Freiligrath war keineswegs allein, indem er sich im Zuge der Reichsgründung 1871 von einem revolutionären, kritischen Vormärz-Dichter zu einem nationalpatriotischen, vaterländisch begeisterten Sänger entwickelte. Anderen wie Ernst Moritz Arndt oder Hoffmann von Fallersleben erging es ähnlich. Allerdings blieb Freiligrath einem tief empfundenen Humanismus treu, und man sollte seinen „Hurra-Patriotismus“ der späten Jahre aus heutiger Sicht nicht unbedingt überbetonen. Immerhin war die Verwirklichung der Reichseinheit schon immer eines der Ziele der ehemaligen Revolutionäre gewesen. Dennoch war es dieser späte, patriotische Freiligrath, dem man im Soest des Deutschen Kaiserreichs mit einem Brunnen-Denkmal huldigte.
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Banner VI:
Zum Freiligrath-Brunnen hat Vorstandsmitglied Andreas Elsner für den Ausstellungskatalog „MOMENTUM SOEST“ im Jahr 2023 einen ausführlicheren Text verfasst, den wir an dieser Stelle gerne erneut wiedergeben:
Gedanken über den Freiligrath-Brunnen beim Blick durch eine Camera obscura
Sommer in Deutschland im Jahre 2022: Es ist heiß. Touristengruppen flanieren durch Soest. Einige Besucher erkunden einzeln die historische Altstadt. Einer schlendert vom „Haus zur Rose“ die Marktstraße entlang in Richtung Marktplatz. Dabei fällt sein Blick rechter Hand zufällig auf ein steinernes Etwas, dessen Gestalt und Funktion sich ihm nicht sofort erschließen will. Obskur denkt er, soll das ein Denkmal sein? Ihm fällt ein, was Robert Musil einmal über „Denkmale“ geäußert hatte: „[D]as Auffallendste an Denkmälern ist nämlich, daß man sie nicht bemerkt. Es gibt nichts auf der Welt, was so unsichtbar wäre wie Denkmäler. Sie werden doch zweifellos aufgestellt, um gesehen zu werden, ja geradezu, um die Aufmerksamkeit zu erregen; aber gleichzeitig sind sie durch irgend etwas gegen Aufmerksamkeit imprägniert, und diese rinnt Wassertropfen-auf-Ölbezug-artig an ihnen ab, ohne auch nur einen Augenblick stehenzubleiben.“i Neugierig nähert er sich und entdeckt kleine Wasserbecken sowie Vorrichtungen, die auf die früher mal beabsichtigte Funktion eines Brunnens hindeuten. Auch die steinerne Oberfläche der Becken deutet darauf hin, dass hier vormals Wasser geflossen sein muss, aber dem Zustande des gesamten Gebildes nach zu beurteilen wohl in sehr fernen Zeiten. Brunnen gehören anscheinend zu den „bedeutsamen Belanglosigkeiten“ii im Stadtbild. Das vermeintliche Denkmal macht einen verwitterten, ungepflegten Eindruck. So richtig Wert scheint schon seit längerer Zeit niemand mehr in Soest auf das Denkmal zu legen. Auch Denkmäler sind wohl einem Wandel oder gar Verfall unterlegen. Im Lateinischen kann „obscurus“ Unterschiedliches bedeuten: „dunkel“ zunächst dem Verständnis nach im Sinne von unverständlich, undeutlich, dann der Geltung nach im Sinne von unbekannt, unberühmt oder auch dem Charakter nach im Sinne von versteckt, heimlich, zurückhaltend. Alle Nuancen scheinen irgendwie für das Denkmal zuzutreffen.
Oben auf dem Denkmal erkennt unser Besucher eine über ein spitzes Eck eingemeißelte Inschrift: „Ferd. Freiligrath“. Nun wird ihm manches klarer: Der Dichter Ferdinand Freiligrath hat wohl einen Teil seines Lebens in Soest verbracht und einen Teil seiner Gedichte verfasst. Als Dank haben ihm die Soester hier ein Denkmal errichtet, und zwar in der Form eines Brunnens. Doch Halt! Wieso denn genau an dieser Stelle? Das „Haus zur Rose“, in dem Freiligrath ge„wirkt“ und das er Minuten zuvor erst bestaunt hat, liegt doch ca. 100 m entfernt. Und weshalb errichtet man denn für jemanden, der mit einem Denkmal ausgezeichnet werden soll, ausgerechnet einen Brunnen? Zu erwarten wäre doch beispielsweise ein Standbild oder etwas, das mit dem zu Ehrenden in irgendeine sinnhafte Beziehung zu setzen wäre. Könige und Generäle werden doch oft auf Pferden abgebildet. Aber ein Brunnen für einen Dichter? Nicht nur das heiße Wetter macht unserem Besucher zu schaffen. Auch seine Fragen. Eine Abkühlung täte jetzt gut. Doch warum sprudelt dieser Brunnen denn nicht? Hatten Brunnen zur Zeit der Errichtung des Denkmals eventuell eine ganz andere Bedeutung als heute? Und wer war der Künstler oder die Künstlerin, der/die dieses Denkmal geschaffen hat? Warum wurde ausgerechnet er/sie dafür ausgewählt? Gibt es von ihm/ihr andere bekannte Werke?
Gestiftet wurde der Freiligrath-Brunnen vom 1904 gegründeten Soester „Verein Heimatpflege zur Hebung des Fremdenverkehrs“ 1910 zum 100. Geburtstag Freiligraths, der von Juni 1825 bis Januar 1832 im „Haus zur Rose“ im Geschäft seiner Verwandten, Geschwister Schwollmann, seine kaufmännische Lehrzeit u. a. im Kolonialgeschäft absolviert hatte. Maßgeblich beteiligt am Brunnenbau war der königliche Baurat Carl Ludwig Meyer, eine „stadtbekannte Persönlichkeit“iii, die 1916 sogar eine Initiative zur Errichtung eines Kriegsmuseums im Osthofentor starteteiv. Doch allein die Vorstellung, dass mitten im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918), in dem Jahr, das mit den Materialschlachten an der Somme und bei der „Blutpumpe“ Verdun sinnbildlich für die grausame, industrialisierte, entmenschlichte Führung dieses Krieges steht, ein 58jähriger Zivilist, Beamter und Familienvater öffentlich im Siegesrausch auch die noch nicht sicher erworbene Beute aus den Beständen des Feindes triumphierend in einem lokalgeschichtlichen Museum, das noch nicht einmal existiert, zur Schau stellen möchte und darüber schwadroniert, lässt den heutigen Betrachter des Brunnens erschaudern. 1916 wurde sein Sohn Alfred Meyer als Oberleutnant in der Somme-Schlacht verwundet. Alfred, der 1911 am Archigymnasium im gleichen Jahrgang wie Wilhelm Morgner sein Abitur abgelegt hatte, war in der NS-Diktatur Teilnehmer an der sog. „Wannsee-Konferenz“ vom 20. 1. 1942. v. Meyer war also einer der am Schreibtisch arbeitenden Technokraten, die entscheidend mitwirkten an der sog. „Endlösung“ der „Judenfrage“, besser gesagt: am Massenmord an der jüdischen Bevölkerung Europas, am Holocaustvi.
„Schützt Humanismus denn vor gar nichts?“vii, hatte sich Alfred Andersch beim Verfassen seines Werkes über Gebhard Himmler gefragt, Schuldirektor am Wittelsbacher Gymnasium in München und Vater von Heinrich Himmler.
Der Künstler des Denkmals war Georg Hengstenberg (1879 – 1959), der ab 1934 in Bielefeld als Museumskustos des städtischen Kunsthauses (heute Kunsthalle Bielefeld) wirkte und in seiner Amtszeit dort sich als linientreuer NS-Sympathisant erwies, der mit großem Einsatz bei der Beschlagnahmung der sog. „Entarteten Kunst“ 1937 auftratviii. Wirklich obskur ist die Tatsache, dass sich die Wege von Hengstenberg und Dr. Alfred Meyer später noch einmal kreuzten, und zwar in Lemgoix. Dort plante die Stadt ab 1939 die Errichtung eines Marktbrunnens. Gauleiter Meyer höchstpersönlich schlug Hengstenberg für die Gestaltung des Brunnens vor und begründete seine Wahl auch damit, „dass dieser sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation befinde und gut einen Auftrag brauchen könnte. Der Bau des „Führerbrunnens“ wurde in Lemgo allerdings dann doch nicht realisiert.
Unseren Besucher treibt eine Frage besonders um: Wie können wir heute und künftig mit einem solchen Denk-Mal umgehen?
i Robert Musil, Denkmale. (Prager Presse, 1927), in: Adolf Frisé (Hrsg.): Robert Musil. Gesammelte Werke, Bd. 2: Prosa und Stücke, Kleine Prosa, Aphorismen, Autobiographisches, Essays und Reden, Kritik. Reinbek 1978, S. 506-509. Ursprünglich erschien der Text in der „Prager Presse“, 1927.
ii Vittorio Magnago Lampugnani, Bedeutsame Belanglosigkeiten. Kleine Dinge im Stadtraum, Berlin 2019, S. 65-75.
iii Heinz-Jürgen Priamus, Meyer. Zwischen Kaisertreue und NS-Täterschaft. Biographische Konturen eines deutschen Bürgers, Essen 2011, S. 40.
iv Baurat Meyer zu Soest, Das Osthofentor in Soest ein Kriegsmuseum, in: Soester Zeitschrift 33 (1915/16), S. 53-60.
v Peter Longerich, Wannseekonferenz. Der Weg zur „Endlösung“, München 2016, S. 77-78.
vi Vgl. grundlegend bei Priamus, S. 377 – 289 das Kapitel „Beteiligt am Judenmord“.
vii Alfred Andersch, Der Vater eines Mörders. Eine Schulgeschichte, Zürich 1980, S. 86.
viii Folgende Ausführungen vor allem nach: Bernd J. Wagner, Kulturpolitik unterm Hakenkreuz. Kunstausstellungen in Bielefelder Museen zwischen 1933 und 1945, in: Ravensberger Blätter 2. Heft 2002: Kunst im 20. Jahrhundert, S. 26-39.
ix Die Vorgänge in Lemgo werden wiedergegeben auf der Grundlage eines Vortrags des Lemgoer Stadtarchivars Marcel Oeben, Ein Brunnen für den Führer – das Scheitern eines Erinnerungsprojektes, gehalten am 05.07.2017 in der VHS Detmold-Lemgo (Alte Abtei), online unter: Ein Brunnen für den Führer – das Scheitern eines Erinnerungsprojektes (slideshare.net) (letzter Zugriff: 25.09.2022).
Von der Familie vom Lehn, die eine enge Beziehung zum Haus Marktstraße 1 (ehemals „Keienburg“, heute „Foto Lehmann“) hat, bekamen wir freundlicherweise noch einige Dokumente und Bilder zur Platzsituation vor dem Haus:


Es lief jedoch nicht immer alles zur Zufriedenheit aller mit diesem Brunnen, wie ein Briefwechsel aus dem Jahr 1922 belegt:

Woraufhin die launige Antwort folgt:

