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Vortrag: „Corona, Pest und Cholera – Seuchen als soziale Herausforderung im 19., 20. und 21. Jahrhundert“

13. Mai um 19:00 – circa 21:00

Seuchen sind die sozialsten aller Krankheiten. Infektionskrankheiten bedrohen nie nur die oder den Einzelnen, sondern immer auch das soziale Umfeld, ja die gesamte Gesellschaft. Die Corona-Pandemie hielt uns die Seuche als soziale Bedrohung unmittelbar vor Augen. Verteilungskämpfe, Ausgrenzungen und Grenzziehungen, aber auch Verantwortung und Solidarität bestimmten unseren Alltag im Kampf gegen das Virus. In seinem Vortrag spürt der Referent den Wurzeln solcher Auseinandersetzungen vom 19. Jahrhundert bis heute nach. Er präsentiert eine Seuchengeschichte der Moderne, die den gesellschaftlichen Impact von Erregern mit Händen greifbar macht: Im Kampf gegen Cholera, Pocken, Pest und Corona ging es nie nur um die Krankheit an sich, sondern immer auch um Selbst- und Menschenbilder, um soziale Normen und Ordnungsvorstellungen, um Zugehörigkeit und Fremdheit. Der Referent, Dr. Malte Thießen, leitet das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster und lehrt als apl. Professor Neuere und
Neueste Geschichte an der Universität Münster. Er forscht und publiziert zur Geschichte von Seuchen und Impfungen, zur Geschichte der Digitalisierung seit den
1960er Jahren sowie zur Geschichte des Nationalsozialismus und zur Erinnerungskultur zum 2. Weltkrieg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Petrushaus

Petrikirchhof 10
Soest, 59494 Deutschland