Mehr als eine Vereinszeitschrift

Die Soester Zeitschrift ist keine Vereinszeitschrift im üblichen Sinne; hier wird nicht über den letzten Ausflug oder die zurückliegenden Abendveranstaltungen des Vereins berichtet. Stattdessen haben hier Historiker Gelegenheit ihre Forschungsergebnisse zu publizieren.

Dabei sind sowohl Berufshistoriker auch Heimatforscher vertreten. Sie alle verbindet ihr Forschungsobjekt: die Geschichte der Stadt Soest und ihrer Börde.

Es gibt in der Soester Zeitschrift keine Beschränkung auf eine bestimmte Epoche. Die Stadtarchäologie der Stadt Soest berichtet ebenso über ihre Ausgrabungen und somit aus Soests Frühgeschichte wie es Beiträge zum 2. Weltkrieg und zur Nachkriegsentwicklung in der Soester Zeitschrift gibt.

Dabei ist die Soester Zeitschrift durchaus kein provinzielles Mauerblümchen; sie gehört zumindest im westfälischen Raum zu den Standardzeitschriften. Deshalb übersteigt die jährliche Auflage auch bei weitem die Zahl der Mitglieder. Im Jahr 2005 wurden 1200 Exemplare gedruckt. Der überwiegende Teil der Zeitschriften, der nicht für die Mitglieder bestimmt ist, geht an Bibliotheken und Archive; zum Teil auch im Tausch gegen andere Zeitschriften. Der Rest geht in den lokalen Buchhandel.

Im Jahr 1882 erschien die erste Soester Zeitschrift; Eduard Vogeler, ein Mitglied des Gründungsvorstandes, hob die Soester Zeitschrift aus den Taufe. Die ersten Ausgaben bestanden auch fast ausschließlich aus Beiträgen von ihm. Heute schreiben bis zu 18 Autoren für die Soester Zeitschrift. 

Neben den „normalen“ Ausgaben der Soester Zeitschrift gibt immer wieder auch Sonderausgaben. So erschien z. B. im Jahr 1981 „Soest, Stadt – Territorium – Reich“ als Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Vereins als Soester Zeitschrift für die Jahre 1980/81. Diese Zeitschrift umfasste 870 Seiten, auf denen 28 Autoren verschiedene Themen behandelten. Ein zweites Beispiel ist der Band „Bomben auf Soest – Tagebücher, Berichte, Dokumente und Fotos zur Erinnerung an die Bombardierung und das Kriegsende vor 50 Jahren“. Der damalige Stadtarchivar Dr. Gerhard Köhn stellte diese Ausgabe zusammen, die aus 28 verschiedenen Beiträgen bestand. Bislang letztes Beispiel dieser Ausgaben ist der Band „Nachkriegszeit in Soest“ (Soester Zeitschrift 122/123, 2011), in dem 14 Beiträge verschiedene Aspekte des Wiederaufbaus und demokratischen Neuanfangs beleuchten.

Die Soester Zeitschrift erscheint nur einmal im Jahr und kommt im Dezember, in der Regel vor dem Weihnachtsfest heraus. Die Arbeit an der Zeitschrift beginnt aber schon im Frühjahr. Denn bis zum März sollen die Beiträge der Autoren in der Geschäftsstelle vorliegen oder zumindest angekündigt sein. 
Dann beginnt die Arbeit des Redaktionskollegiums. Dies besteht derzeit aus dem Herausgeber Dr. Norbert Wex, Dr. Ulrich Löer und Dirk Elbert. 
Nach Eingang der Beiträge beginnt die Text- und Bildredaktion. So müssen neben dem Redigieren der Texte auch Urheberrechtsfragen bzgl. der verwendeten Abbildungen abgeklärt werden. 
Der Redaktionsschluss liegt im August des jeweiligen Erscheinungsjahres, so dass im Anschluss die Arbeit des Verlages beginnen kann. 
Die Soester Zeitschrift (ISSN 0176-3946) können Sie auch zum Preis von 25 Euro im Buchhandel erwerben.