Veranstaltungen

Das Veranstaltungsprogramm des Geschichtsvereins 2019

Mo., 14.1.2019
19.30 Uhr
Petrushaus, Petrikirchhof 10

Vortrag: Ärzte und der Massenmord an behinderten Menschen (Euthanasie) im nationalsozialistischen Deutschland von 1939 bis 1945

Mehr als 100 000 behinderte Menschen, überwiegend Deutsche, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Frauen und Männer, wurden von 1939 bis 1945 in Kinderkrankenhäusern, Heil- und Pflegeanstalten und besonders dafür ausgestatteten „nationalsozialistischen Tötungsanstalten“ ermordet. Angeordnet wurden diese Massenmorde im Sommer und Herbst 1939 von Adolf Hitler. Organisiert wurden sie von der Kanzlei des Führers und exekutiert von ausgesuchten Ärzten mit Unterstützung von Pflegern und Schwestern. Ermordet wurden die behinderten Menschen durch Verabreichung von Medikamenten, Vergasung und Verhungernlassen. Im Sinne der nationalsozialistischen Rassenideologie sollte die Ermordung von Behinderten – als ein Mittel neben anderen eugenischen Maßnahmen – „lebensunwertes Leben vernichten“, um so die „deutsche Rasse zu stärken“ und den „deutschen Volkskörper aufzunorden“. Über diese Mordaktionen, ihre Ursachen, ihren Verlauf, die Täter und die Reaktionen darauf in Deutschland informiert Professor em. Hans-Ulrich Thamer, Verfasser der großen Studie Verführung und Gewalt. Deutschland 1933 – 1945,in seinem Vortrag.

Referent: Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer, Münster.


Do., 7.2.2019
15.00 Uhr
Villa Plange, Sigefridwall 20

Besichtigung der Möbel von Bruno Paul in der Villa Plange

Die Villa Plange – eines der drei Häuser des Architekten Bruno Paul in Soest. Foto Lange im Stadtarchiv Soest

Im Bauhaus-Jubiläumsjahr wird der Verein für Geschichte und Heimatpflege Soest e.V. in Abstimmung mit dem Kreis Soest, dem derzeitigen Besitzer des Hauses, insgesamt 10 Führungen zu den Bruno Paul-Möbeln in der Villa Plange (Sigefridwall 20) anbieten: In den ersten beiden Monaten eines Quartals jeweils am ersten Donnerstag des Monats um 15 Uhr; im dritten Monat eines Quartals, wie gewohnt, am ersten Montag des Monats um 17 Uhr. Im Oktober gibt es eine Führung an einem Samstag, im Januar und November gibt es keine. Für alle Führungen wird wegen der eingeschränkten Raummöglichkeiten um Anmeldung gebeten, entweder telefonisch in der Geschäftsstelle des Vereins (+49 2921 1031242) oder per E-Mail (info(at)geschichtsverein-soest.de). Die Mindestteilnehmerzahl je Führung beträgt 5 Personen, die Höchstteilnehmerzahl 15 Personen. 
Die Termine im Einzelnen:

Montags, 17 Uhr: 4.3. / 3.6. / 2.9.
Donnerstags, 15 Uhr: 7.2. / 4.4. / 2.5. / 4.7. / 1.8. / 5.12.
Samstags, 15 Uhr: 5.10.

Beachten Sie bitte auch die weiteren Veranstaltungen zu diesem Themenkomplex wie beispielsweise die Fahrt nach Berlin vom 14. – 16. Juni (s. u.) oder die Bruno-Paul-Ausstellung im Museum Wilhelm Morgner vom 30.6. – 22.9.2019 (s. u.)

Die Führungen im Jahr 2019 sind bereits komplett ausgebucht. Bitte beachten Sie das Jahresprogramm 2020, in dem die neuen Führungstermine bekanntgegeben werden.

So., 17.2.2019
16.30 Uhr
Petrushaus, Petrikirchhof 10

Jahresmitgliederversammlung und Vortrag

Tagesordnung:
1. Bericht des Vorsitzenden und Aussprache
2. Kassen- und Kassenprüfungsbericht
3. Entlastung des Vorstands, Wahl von zwei Kassenprüfern
4. Ergänzungswahlen zum Vorstand
5. Verschiedenes

Gegen 17.30 Uhr: Öffentlicher Vortrag: „Der Soester Spagat – im Spannungsfeld von Fachwerk-Idylle und digitaler Revolution“. Jahrelang hat auch der Geschichtsverein für die Wiederbesetzung der Stelle eines Stadtbaurats plädiert. Seit September dieses Jahres hat Herr Matthias Abel aus Möhnesee dieses Amt übernommen. In seinem Vortrag wird er auf die generellen Strömungen und Randbedingungen der Stadtentwicklung in West-Deutschland eingehen und den Bezug zu den aktuellen Themen der Soester Stadtentwicklungspolitik herstellen.

Referent: Matthias Abel, Technischer Beigeordneter der Stadt Soest.

Mi., 20.3.2019
19.30 Uhr
Petrushaus, Petrikirchhof 10

Vortrag: Die Um – und Neubenennung von Straßen im Nationalsozialismus

Während des Nationalsozialismus wurden in den meisten deutschen Städten und Gemeinden z. T. umfangreiche Um- bzw. Neubenennungen von Straßen und Plätzen durchgeführt. Auf diese Weise wurden nicht nur die neuen Machthaber, allen voran Hitler und Göring, geehrt, sondern auch die neuen „Helden“ und „Erinnerungsorte“ des Nationalsozialismus in das Straßenbild eingeführt. Auch in Soest wurden in den Jahren 1933-1938 Um- oder Neubenennungen durchgeführt, die im Vergleich mit anderen Kommunen durchaus typisch waren. Der Referent untersucht auf der Basis einer umfangreichen Materialerhebung in den heutigen Kommunen Westfalen-Lippes die Praxis der Um- und Neubenennung von Straßen und Plätzen in diesem Raum während des Nationalsozialismus und geht dabei v. a. ihren Ursachen, Anlässen und Formen sowie der (teilweisen) Rückabwicklung in der Zeit nach 1945 nach.

Referent: Dr. Marcus Weidner, Münster.

Mi., 03.04.2019
18.30 Uhr
Hotel Haus Griese, Seestraße 5, Möhnesee-Körbecke

„Herrenessen mit Damen“ mit

Vortrag „Optische Telegraphie in Preußen 1832-1852“

Die einzige optische Telegrafenlinie Preußens verband Berlin und Koblenz über Potsdam, Magdeburg, Gandersheim, Iserlohn mit Köln. Sie hatte 62 Stationen auf einer Länge von ca. 587 km und führte nicht weit an Soest vorbei, womit sie zu einem spannenden Thema für den ehemaligen Kreisheimatpfleger Peter Sukkau geworden ist, der fachkundig mit zahlreichen Abbildungen über Sinn und Zweck und die Funktionsweise dieses vorindustriellen Kommunikationsmittels berichten kann.

Referent: Peter Sukkau, Soest. Zu dieser Veranstaltung ergeht eine besondere Einladung.

Di., 9.4.2019
19.30 Uhr
Petrushaus, Petrikirchhof 10

Vortrag: „Demokratur in höchster Potenz“? Der Kreis Soest und die kommunale Neuordnung Nordrhein-Westfalens

Mit der Gebietsreform 1975 reduzierte sich die Zahl der nordrhein-westfälischen Gemeinden und Kreise erheblich. Bestand über die Notwendigkeit einer kommunalen Neugliederung in Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft auch weitgehend Einigkeit, so lassen sich vor Ort fast überall Proteste und Widerstände gegen einzelne Neuordnungsmaßnahmen feststellen. In dem Vortrag werden Ziele, Durchführung und Folgen der landesweiten Reform unter besonderer Berücksichtigung von Soest und Lippstadt dargelegt.

Referentin: Prof. Dr. Sabine Mecking, Marburg.

Mi., 22.5.2019
14.00 Uhr
Treffpunkt Parkplatz Stadthalle

Halbtagsexkursion zum Geseker Steinbruchpark „Mythos Stein“

Die Fa. Dyckerhoff-Zement in Geseke hat die Fläche, die bei der Abgrabung der 80 Mio. Jahre alten Kreide-Ablagerungen entstanden ist, 2012 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf der renommierten Steinbruchsohle hat sich bunter Kalk-Magerrasen entwickelt und bietet seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Erdgeschichte, Biologie, Technik und Problematik der Zementindustrie thematisiert der Biologe Manfred Raker (Projektleiter der Naturschutz-Stiftung Geseke) bei einem ca. zweistündigen Rundgang durch den Steinbruch (festes Schuhwerk erforderlich). Abschließend fahren wir nach Geseke zu einem kleinen Rundgang durch die Stadt und einem Abendessen im historischen „Haus Thoholte“.

Leitung: Joachim Bandel.

Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Tel. (02921) 103-1242 oder unter info(at)geschichtsverein-soest.de.

Fr., 14.6., bis So., 16.6.2019
7.00 Uhr
Treffpunkt Bahnhof Soest

Wochenendstudienfahrt nach Berlin: Bruno Paul und das Bauhaus

Das Bauhaus hat auch in der Hauptstadt deutlich seine Spuren hinterlassen. Zahlreiche Bauhausgrößen haben dort eindrucksvolle Beispiele ihres Verständnisses von zeitgemäßer Architektur errichtet. Die Villenkolonie am Rupenhorn zeigt deutsche Architekturavantgarde der zwanziger Jahre von Weltrang. Hermann Muthesius, Bruno Paul, Erich Mendelsohn, die Brüder Luckhardt mit Alfons Anker und der Ludwig Hilberseimer haben in einer kleinen Straße eine eigene Welt erschaffen. Im Gegensatz hierzu gibt es entlang der Onkel-Tom-Straße zwar nur wenige Villen, dafür aber Reihenhäuser und Mietwohnungen, die Architekturgeschichte geschrieben haben. Die künstlerische Gesamtleitung  für diese Siedlung in Zehlendorf, auch „Papageiensiedlung“ genannt, hatte der Architekt Bruno Taut. Das Hansaviertel zeigt uns auf unserer Bauhausreise den Versuch, die Ideen des Bauhauses im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 in der Nachkriegsmoderne umzusetzen. Ein Exkurs aus der Moderne in den Barock in das Nicolaihaus aus dem Jahr 1674, welches für den Geist der Aufklärung steht, runden unsere Berlinreise ab. Die An- und Abreise erfolgt mit der Deutschen Bahn, die Übernachtungen erfolgen in einem zentral in der Nähe des Regierungsviertels gelegenen Stadthotels, welches einen optimalen Ausgangspunkt für die Exkursionen bietet.

Leitung: Frank Markiewicz.

Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Tel. (02921) 103-1242 oder unter info(at)geschichtsverein-soest.de.

So., 30.6.2019
11.00 Uhr
Museum Wilhelm Morgner, Thomästr. 1

Ausstellungseröffnung: Bruno Paul – Schönheit ist Freude

Im Bauhaus-Jubiläumsjahr wird es von Interesse sein, sich nicht nur mit den „Bauhäuslern“ im engeren Sinne, sondern auch mit den Vorläufern und Vordenkern zu befassen. Zu diesen zählt aus vielerlei Gründen der Architekt Bruno Paul (1874 -1968), der Bauhaus-Größen wie Adolf Meyer und Ludwig Mies van der Rohe unterrichtete. Bruno Paul schuf parallel zu seiner Direktorentätigkeit an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin in den 20er Jahren neben Arbeiten in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Dresden und Prag auch wegweisende Bauten in Soest, vor allem die drei Unternehmervillen Plange, Sternberg und Jahn – alle im Stil der Neuen Sachlichkeit. In der Ausstellung im Museum Wilhelm Morgner werden neben Karikaturen aus dem Frühwerk Bruno Pauls vor allem einige bislang unveröffentlichte Architekturzeichnungen, Baupläne und Möbelentwürfe für die Villenbauten in Soest präsentiert. Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation zu Bruno Paul.

Bitte beachten Sie: Diese Ausstellung wird von mehreren Veranstaltungen begleitet, die auf der Homepage, im Newsletter sowie in der Tagespresse angekündigt werden. Zu den Terminen der Führungen in der Villa Plange s. o.

Fr., 5.7.2019
19.30 Uhr
Museum Wilhelm Morgner, Thomästr. 1

Vortrag: Bruno Paul – Architektur zwischen Tradition und Moderne

Bruno Paul (1874 – 1968) war um 1900 in München Karikaturist für die Zeitschrift „Simplizissimus“. Darüber hinaus entwarf er Alltagsgegenstände, Möbel und Innenräume, wofür er zahlreiche Preise erhielt. 1906 wurde er zum Leiter der Unterrichtsanstalt am Kunstgewerbemuseum Berlin und 1924 zum Direktor der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin berufen und zum Professor ernannt. Er war 1907 Mitbegründer des Deutschen Werkbunds. Im selben Jahr realisierte er seinen ersten Entwurf für eine Villa in Berlin. In der Folgezeit entwarf er zahlreiche Villen in Berlin, Frankfurt, Königstein, Wiesbaden, Straßburg, Köln und Duisburg, die noch sämtlich einem bereinigten Klassizismus geschuldet waren. 1919 wurde er als Mitglied in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Ab 1920 wandelte er seinen Stil hin zu einer individuellen Interpretation des modernen Bauens mit klassischen Bezügen. In Soest stehen mit den Häusern Plange, Sternberg und Jahn drei Beispiele das Bauen im frühen 20. Jahrhunderts, die verdeutlichen, dass Bruno Paul zu den Wegbereitern der modernen Architektur in Deutschland zählt. 1933 verlor er seine Lehrämter und 1937 wurde er zum Austritt aus der Akademie der Künste gedrängt. Dennoch konnte er sein privates Architekturbüro weiterführen und realisierte Bauaufgaben, mit denen er allerdings nicht mehr an seine Leistungen während der Weimarer Republik anknüpfen konnte.

Referent: Thomas Drebusch, Soest.

Sa., 13.7.2019
13.30 Uhr
Treffpunkt Jakobus-Brunnen, Jakobitor

Ostönnen: Radtour und Dorf-Spaziergang

Aus Anlass des 850Jahr-Feier seiner ersten Erwähnung hat sich Ostönnen auf den Weg gemacht, eine umfassende Ortschronik zu erstellen. Die dadurch ausgelöste vertiefte Beschäftigung mit der Dorfgeschichte macht den Börde-Grenzort zu einem reizvollen Ziel für einen informativen Besuch. Die Anreise aus Soest kann gemeinsam mit dem Fahrrad absolviert werden, alternativ können PKW-Fahrgemeinschaften gebildet werden. Zum Ausklang wird es nach dem Rundgang Kaffee und Kuchen geben.

Leitung: Elisabeth Prolingheuer, Dr. Norbert Wex.

Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Tel. (02921) 103-1242 oder unter info(at)geschichtsverein-soest.de.

Sa., 3.8.2019
14.00 Uhr
Treffpunkt Parkplatz Stadthalle

Halbtagesexkursion: Die Falkenburg bei Detmold und die „Soester Fehde“

In Soest wird verständlicherweise beim Thema „Soester Fehde“ der Fokus auf die kriegerischen Auseinandersetzungen im Umkreis der Stadt gelegt. Dass aber die Fehde durchaus ein überregionales Phänomen war, lässt sich unter anderem daran ablesen, dass im Zuge der mehrjährigen Kriegshandlungen die Falkenburg bei Detmold von einem Söldnerheer auf dem Wege nach Soest (vergeblich) belagert wurde. Wir besichtigen diese aufgegebene Burg in waldigem Gelände und erfahren mehr zum Stand der Ausgrabungen und Forschungen. Es handelt sich um eine gemeinsame Fahrt mit dem Kultur- und Heimatverein aus unserer Partnerstadt Herzberg (Elster).

Leitung: Günter Kükenshöner, M. A.

Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Tel. (02921) 103-1242 oder unter info(at)geschichtsverein-soest.de.

So., 4.8.2019
11.30 Uhr
Kirche Neu-St. Thomä, Klosterstr.

Konzert: Die liturgischen Gesänge aus dem Kloster Paradiese bei Soest

Im Jahr 2017 präsentierte nach zehnjähriger Arbeit eine internationale Gruppe von Forschern ihre Ergebnisse zu den Handschriften des Klosters Paradiese. Die Codices der Dominikanerinnen aus dem 14. Jahrhundert zählen zu den ungewöhnlichsten Handschriften des gesamten Mittelalters, sowohl in künstlerischer, musikalischer als auch in intellektueller Hinsicht. Doch wie muss man sich diese 700 Jahre alte Musik vorstellen? Wie hat sie geklungen? Die Frauenschola Ars Choralis Coeln unter der Leitung von Maria Jonas hat sich seit mehr als zehn Jahren in Konzerten mit Musik des Mittelalters, vor allem mit Liedern Hildegard von Bingens, einen Namen gemacht. Das Kölner Ensemble hat sich intensiv mit den Paradieser Chorälen beschäftigt und wird sie nun auf Einladung des Geschichtsvereins und der Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit der Evangelischen St. Thomä-Gemeinde  in einem Konzert der Öffentlichkeit präsentieren. Zu Beginn wird es einen kurzen Einführungsvortrag geben.

Eintritt: 16 €.

Sa., 24.8.2019
14.30 Uhr
Treffpunkt Parkplatz Stadthalle

Schnadegang

Die diesjährige Wanderstrecke führt entlang der Grenze zu Bad Sassendorf und Möhnesee in Richtung Bergede. Sie beginnt in Elfsen auf der alten Strecke der Westfälischen Landeseisenbahn. Als Zwischenhalt ist derzeit die Kompostierungsanlage des Kreises Soest geplant. Weitere Informationen werden rechtzeitig in der Presse bekannt gegeben. Der Unkostenbeitrag beträgt 7,50 €; Kinder bis 12 Jahre sind frei.

Leitung: Stephan Haverland.

Anmeldung an die Geschäftsstelle, Tel. 02921-103-1242 oder unter info(at)geschichtsverein-soest.de.

Fr., 20.9.2019
15.00 Uhr und 16.00 Uhr
Rathausstr. 15

Betriebsbesichtigung Augenoptik Berner

Jedem Soester wird das Augenoptik-Fachgeschäft „Berner“ am südlichen Petrikirchhof bekannt sein, zählt es doch zu den ältesten inhabergeführten Geschäften der Stadt. Aber nicht nur der Laden kann auf eine lange Tradition verweisen, auch das Gebäude selbst hat eine interessante, mehr als 120 Jahre alte Geschichte. Davon und von den aktuellen Herausforderungen dieses alten Handwerks der Augenoptik wird uns der jetzige Inhaber, Herr Christoph Berner, berichten. Wegen der begrenzten Raummöglichkeiten bitten wir um Anmeldung zu einer der zwei Führungen.

Leitung: Christoph Berner.

Anmeldung an die Geschäftsstelle, Tel. 02921-103-1242 oder unter info(at)geschichtsverein-soest.de.

Sa., 21.9.2019
8.00 Uhr
Treffpunkt Parkplatz Stadthalle

Tagesexkursion in die Eifel: Vogelsang IP – NS-Ordensburg und belgischer Truppenübungsplatz im „Kalten Krieg“

Die ehemalige NS-Ordensburg ist mit rund 100 ha nicht nur eines der größten Bauwerke des Nationalsozialismus und Zeugnis seiner Hybris und Menschenverachtung. Die militärische Nutzung durch Briten und Belgier als Truppenübungsplatz „Camp Vogelsang“ nach dem Zweiten Weltkrieg macht Vogelsang zudem auch zu einem wichtigen Erinnerungsort des „Kalten Krieges“. Erst seit 2006 als Internationaler Platz (IP) für Besucherinnen und Besucher geöffnet, wird vor dem Hintergrund der reizvollen Landschaft des Nationalparks Eifel ein Bogen europäischer Geschichte gespannt von der NS-Zeit bis in die jüngste Vergangenheit. Nach dem Besuch der preisgekrönten Dauerausstellung „Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“ wird sich eine Führung über das Gelände auf die Spuren des „Kalten Krieges“ begeben. Die Nutzung durch die belgischen Streitkräfte und die Übernahme eines großen Teils der Sammlung des Museums der belgischen Streitkräfte in der BEM Adamkaserne verbindet die Geschichte Vogelsangs mit der jüngeren Soester Stadtgeschichte.

Leitung: PD Dr. Claudia Hiepel.

Anmeldung an die Geschäftsstelle, Tel. 02921-103-1242 oder unter info(at)geschichtsverein-soest.de.

So., 6.10.2019
15.00 Uhr
Treffpunkt: Stadtmodell am Rathaus

Stadtspaziergang: Soester Geschäfte

Die wirtschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft und einer Stadt über die Jahre hinweg zeigt sich deutlich an ihren Geschäften. Gleichzeitig reflektieren Einrichtung, Schaufenster und Sortiment die Moden und Vorlieben einer bestimmten Zeit. Der Stadtspaziergang „Soester Geschäfte“ nimmt Sie für ca. eineinhalb/zwei Stunden mit auf eine kleine Zeitreise durch die Einkaufswelt Soests.

Leitung: Gerhild H’loch, Prof. Dr. Petra Senne.

Di., 8.10.2019
19.30 Uhr 
Bunker in der Verbindung Lütgen Grandweg/Thomästraße (LIEBES LEBEN MUSEUM)

Vortrag: Medizin an der „Heimatfront“. Von der Lazarettversorgung bis zur Bekämpfung der Spanischen Grippe im Ersten Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg stellte für die Medizin eine bis dahin nicht gekannte Ausnahmesituation dar. Allein für das Deutsche Reich wurden 2 Millionen Getötete und 4,4 Millionen an der Front Verletzte gezählt. Hinzu kommen mindestens 400 000 Hungertote in der Zivilbevölkerung und eine kaum zu beziffernde Zahl von Menschen, die an Krankheiten gelitten haben, die in Friedenszeiten nicht aufgetreten oder besser behandelbar gewesen wären. Gegen Ende des Krieges 1918/19 forderte schließlich die Spanische Grippe weltweit mehr als 40 Millionen Todesopfer. Wie ging man vor hundert Jahren mit diesen gewaltigen medizinischen Herausforderungen um und was kann man daraus für die Zukunft lernen?

Referent: Dr. Ralf Forsbach, Münster.

Di., 12.11.2019
19.30 Uhr
Städt. Museum, Am Rykenberg, Werl

Vortrag: Die Soester Fehde – Ursachen, Verlauf, Folgen und Bewertung

Die Soester Fehde (1444 – 1449) war mehr als einer der vielen regionalen Konflikte während des 14. und 15. Jahrhunderts im deutschen Reich, in denen es um die Verteidigung städtischer Autonomie gegen die Versuche von geistlichen und weltlichen Fürsten ging, ihre Macht auf Kosten von Städten zu vergrößern und den Territorialstaat auszubauen. Die Auseinandersetzung zwischen Soest und Kleve-Mark auf der einen und dem Erzbischof von Köln, Dietrich von Moers, als ursprünglichem Stadtherrn und seinen Verbündeten auf der anderen Seite hatte auch eine europäische Dimension. Natürlich spielte auch die Stadt Werl als wichtiger kölnischer Stützpunkt gegen Soest und als Angriffsziel Soester und klevisch-märkischer Streitkräfte sowie als Entstehungsort der Werler Reimchronik, eine der wichtigsten Quellen für die Geschichtsschreibung über die Soester Fehde, eine bedeutende Rolle. Durch den Vortrag soll über die Ursachen, den Verlauf und die Ergebnisse der Fehde informiert werden. Besonders soll auch auf die bis heute vertretene These eingegangen werden, dass der wirtschaftliche Niedergang und der politische Bedeutungsverlust Soests seit der Mitte des 15. Jahrhunderts hauptursächlich auf die Soester Fehde zurückgehen. Diese Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Neuen Heimat- und Geschichtsverein Werl e. V.

Referent: Joachim Grade.

So., 8.12.2019
17.30 Uhr
Burghofmuseum, Burghofstr. 22

Vortrag: Mach´s wie die Ameise – Der Soester Superintendent Johannes Schwartz (1565-1632) und der Trost der Bücher in der Kriegszeit

Johannes Schwartz (1565-1632), Pfarrer an St. Thomä und Soester Superintendent. Foto Stadtarchiv Soest

Nach dem Tod des letzten Klever Herzogs 1609 geriet Soest in eine schwierige Lage, zumal auch die beiden möglichen Nachfolger als Landesherren die Konfession wechselten. Zudem nahmen katholische Truppen 1616 die Stadt ein, was die Situation der noch jungen evangelischen Kirche noch prekärer machte. 1623, fünf Jahre nach Beginn des 30-jährigen Krieges, verfasste der Thomä-Pfarrer und spätere Superintendent Johannes Schwartz die „Strenae“, in der er für jeden Stand der Soester Stadtgesellschaft die jeweiligen Rechte und Pflichten anhand von Beispielen aus der Natur fabelartig beschrieb. Das war die Basis zu seiner neuen Kirchenordnung (1628). Die einflussreiche Arbeit Schwartz‘ soll hier neu gewürdigt werden.

Referent: Prof. Dr. Christian Peters, Münster.

Noch ohne konkreten Termin, aber in Planung:

Vortrag: Hitlers heimliche Helfer – der Adel im Dienst der Macht

Als im Jahr 2015 das Buch „Go-Betweens for Hitler“ der aus Deutschland stammenden Historikerin Karina Urbach erschien, sorgte es in Großbritannien für erhebliche Aufregung, weil sich darin ein Foto befindet, das die Königliche Familie mit zum Hitlergruß ausgestrecktem Arm zeigt. Welche Rolle spielte der europäische (Hoch-)Adel beim Aufstieg Hitlers an die Macht? Wie funktionierte das adelige Netzwerk der „heimlichen Helfer“ jenseits der offiziellen Diplomatie? Karina Urbach hat mit diesem Buch ein bislang wenig bekanntes Kapitel zur Geschichte des Faschismus in Europa aufgedeckt. Da die Autorin zurzeit an der Universität von Princeton lehrt, konnte noch kein fester Termin für diesen Vortrag festgelegt werden. Beachten Sie bitte die Ankündigungen in der Tagespresse, auf der Homepage und im Newsletter!

Referentin: Prof. Dr. Karina Urbach, Princeton.

Hinweise:

Zu allen Veranstaltungen sind Gäste herzlich willkommen. Beitrittserklärungen sind jederzeit im Stadtarchiv und in der Tourist-Information der Stadt Soest erhältlich. Anmeldungen zu den Exkursionen werden nur zu den vormittäglichen Öffnungszeiten des Archivs (Mo.-Fr.: 8.30 Uhr – 12.30 Uhr) entgegengenommen. Der Beitrag zu den Exkursionen wird nach den vorliegenden Anmeldungen kalkuliert. Wir bitten, auch im Interesse von Nachrückern, einen reservierten Platz nicht ohne Abmeldung verfallen zu lassen, da sonst ggf. der Unkostenbeitrag auch ohne Teilnahme entrichtet werden muss. Bei zu geringer Teilnehmerzahl wird die Veranstaltung kurzfristig (in der Lokalpresse oder telefonisch) abgesagt. Änderungen des Programms werden in der Tagespresse bekannt gegeben.

Arbeitskreise:

Der Arbeitskreis Genealogie trifft sich einmal pro Vierteljahr, Kontakt: Dr. Joachim Rüffer, Tel. 02921/80580. Der Geschichtsarbeitskreis Soester Börde behandelt die Geschichte der Dörfer und der Landschaft im ehemaligen Herrschaftsgebiet der Stadt Soest. Kontakt: Horst Braukmann, Tel. 02921/13981.

Der Veranstaltungskalender im Internet: www.geschichtsverein-soest.de.

Sie können uns auch per Fax erreichen: 02921/103-81240. Unsere E-Mail-Adresse lautet: info(at)geschichtsverein-soest.de.